Im Gottesdienst am Patrozinium St. Peter und Paul 2018 wurde unsere Organistin und Kirchenchorleiterin unter grossem Applaus offiziell verabschiedet. Bis die Nachfolge geregelt war, vergingen dann allerdings noch zwei Monate; damit wurde der Waldgottesdienst Ende August der eigentlich letzte «Diensteinsatz» von Helene, die aber der Gemeinde weiterhin nahesteht.

Helene Ringgenberg hatte ihre Ausbildung am Konservatorium und an der Universität Bern absolviert, mit Diplomen in Orgel, Cembalo und Chorleitung sowie dem Gymnasiallehrer-Abschluss und der Promotion in Musikwissenschaft. Seit den 80er-Jahren unterrichtete sie Musik am (damals) Lehrerseminar Bern und später dem Gymnasium Lerbermatt. 1979 gründete sie das Vokalensemble Cantemus (später altricanti), welches an vielen Auftritten mit dem Kirchenchor zusammenwirken sollte.

Im August 1983 trat sie ihren Dienst als Organistin an St. Peter und Paul an, 1983 übernahm sie, damals zusammen mit Christine Brechbühl, den Kirchenchor (vergleiche dazu auch die Festschrift „150 Jahre Kirche St. Peter und Paul in Bern 1864-2014“). In der reformierten Kirche aufgewachsen, war sie von Beginn ihrer Tätigkeit an von der Christkatholischen Liturgie begeistert und trat nach Übernahme des Chores der Berner Gemeinde bei.

In unzähligen Gottesdienst-Singen hat der Chor mit Helene kleine und grosse Werke aus allen Epochen aufgeführt. Dasselbe gilt für die ebenfalls zahlreichen Konzerte (siehe oben). Ganz besonders in Erinnerung sind ihr geblieben das Mozart-Requiem zum 125-Jahr-Jubiläum des Chores 2000, das Te Deum von Otto Olsson an den Chortagen in Schönenwerd 2003 und natürlich die beiden grossen Bach-Passionen (2011 nach Johannes, 2014 nach Matthäus), getragen vom Vokalensemble altricanti, bei welchen der Kirchenchor Eingangs- und Schlusschöre sowie die Choräle mitsingen durfte.

Immer wieder hat Helene den Chor auch mit neuer und neuester Musik herausgefordert, etwa den Laudes und der Vesper in der Vertonung von Johann Sonnleitner oder, im Abschiedskonzert am 1. Juli 2018, der Uraufführung des Stückes «Taub’N» der jungen russischen Komponistin Marina Sobyanina. 

Helene Ringgenberg war im Verband christkatholischer Kirchenchöre der Schweiz aktiv; sie war Präsidentin der Musikkommission und Vizepräsidentin des Verbandes und trug damit die Verantwortung für die musikalische Gestaltung der Chortage (auf ihre Initiative geht beispielsweise die Wiedereinführung des Gesamtchores am Konzert zurück) und der Fortbildungs-Wochenenden. Sie war Dirigentin des Bistumschores voces laudis, mit welchem sie viele christkatholische Ereignisse musikalisch umrahmt hat. Mit voces laudis nahm sie drei CDs mit christkatholischer Kirchenmusik auf.

Wir danken Helene Ringgenberg für ihr vielfältiges Engagement für unsern Chor (und darüber hinaus) und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft.

1998 Chortage in St. Gallen: Helene Ringgenberg (Mitte) mit Urs Schmitt (l) und Kurt Hagmann (r) - beide ehemalige Präsidenten des Chorverbandes

Johannespassion 2011